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MM-Jahrestag

Kürzlich hatte ich wohl den 5ten Morbus Menière Jahrestag. Es ist nicht so, dass es was zu feiern gäbe….

Es ist vielmehr so, dass ich in den letzten Tagen immer wieder unruhig geworden bin. Mir war allerdings nicht klar, warum das so ist.

Heute kam ich auf die Idee, dass der erste MM-Anfall ja im März war. Um genau zu sein, war er in der ersten Stunde vom 5. März. Es war der „erste“ MM-Anfall nach rd. 20 Jahren.

Was ich völlig vergessen habe: Ich habe eine Woche vor dem Anfall ein paar Zeilen im Blog geschrieben, die ich allerdings als Entwurf liegen ließ und dann erst am Morgen nach dem Anfall veröffentlicht habe:

Drehschwindel aus dem Nichts

Übelkeit erhebt sich unmittelbar

Menière ich verschließe die Türe vor dir

Ich verbarrikadiere sie

Du bist ein ungebetener Gast

Die Schwerhörigkeit reicht aus

Punkt

Damals – also eine Woche vor dem „ersten“ Anfall im März 2012 – hatte ich wohl schon einen Vorboten vom folgenden schweren MM-Anfall bei mir zu Besuch. Daraus entstand wohl auch eine Vorausahnung, dass es sich tatsächlich um Morbus Menière handelt, denn als rd. 20jährige Frau nahm ich diese Verdachtsdiagnose MM gar nicht ernst. Es gab kein Internet und ich hatte infolge auch keine Schwindelanfälle mehr und somit vergaß ich die ganze Geschichte über die Jahre hinweg auch wieder. Die unzähligen Hörstürze in den Jahren bis 2012 brachte ich damit nicht in Verbindung. Diese Erkenntnis hatte ich erst in den letzten beiden Jahren.

Das Schreiben dieser Zeilen ermüdet mich. Ich weiß nicht mal, ob ich alles klar formuliert habe, lasse den Text aber mal so stehen.

So und jetzt denke ich wieder an freudvolleres, energiegebendes :)!

 

Tag des Hörens

Jedes Jahr am 03.03 ist der Tag des Hörens. Ob er deswegen genau an diesem Tag ist, weil die Zahl 3 an ein Ohr erinnert, ist mir nicht bekannt.

Ich könnte jetzt darüber schreiben, wie wichtig es ist, seine Ohren zu schützen, vor lauter Musik, vor Lärmspitzen im Verkehr, etc… Auch Schwerhörigenstatistiken sind hochinteressant. Nein das überlasse ich heute anderen. Eine einfache Eingabe bei Google zeigt viele interessante Suchergebnisse.

Mir stellt sich vielmehr die Frage, warum dieser Tag, Tag des Hörens und nicht Tag des Verstehens heißt? Letztendlich geht es „nur“ ums Verstehen, denn Hören tun die meisten von uns, bloß verstehen wir mitunter sehr wenig vom Gesagten?

Dazu ein bereits mehrmals im Blog geschriebenes Zitat:

Hören „macht Verstehen leicht …
Du musst überhaupt nichts tun,
hast keinerlei Anstrengung nötig,
selbst die geringe nicht, deine Augen zu heben,
um zu sehen –
die Töne kommen einfach zu dir.“

(Greller Blitz und stummer Donner, 1987 zitiert in „Auswirkungen einer Schwerhörigkeit auf die Psyche“ von Almuth, Schreiber)

Im Vergleich dazu lässt sich die Schwerhörigkeit so nachvollziehbar beschreiben:

Stellen dir vor, du sitzt in einer englischsprachigen Gesprächsrunde oder, falls du französisch, italienisch, etc. weniger gut kannst, in dieser.

Deine Sprachkenntnisse reichen aus, um einzelne Wörter zu verstehen. Das Verstandene genügen nicht, um den Sinn des Gesagten erfassen zu können. Dann fragt dich jemand etwas….

Dieser wichtige Tag müsste also „Tag des Verstehens heißen“.

Heute in der Früh kam mir wieder in den Sinn, dass ich als Jugendliche auf viele meiner Hefte und auf sonstige Gegenstände „Lebe und Verstehe“ geschrieben habe. Der Satz klingt ja fast wie ein Omen. Damals wusste ich noch nicht, wie sehr mich dieses Verstehen mal beschäftigen und herausfordern wird.

Ich hätte damals wohl besser all diese Gegenstände mit folgen Worten zu verziert:

liebelachetanze

In diesem Sinne, habt einen schönen Tag, liebe LeserInnen :)!

Ruhe und Entspannung – bloß wie?

Ich mag Fragen von LeserInnen, vor allem all jene, bei denen ich glaube, dass sie für die Heilung von zentraler Bedeutung sind.

So auch die Frage von Angelika:

(…) Wie ja schnell festzustellen ist, bist du sehr aktiv, was mich jedoch darin bewegt ist, dass du auch noch sehr viele Anfälle bekommst. Wie ist es denn mit Ruhe, hast du das auch schon mal ausprobiert. Weißt du so mit viel Entspannung und Buch lesen. Ich weiß ja jeder geht anders mit um und du bist ja eher ein aktiver Mensch.
Würde mich sehr darüber freuen wenn du mir hierzu einen kleinen Beitrag schreiben könntest (…).

Ein Danke an dich, liebe Angelika, für deine Frage und dein wertschätzendes Kommentar. Weiterlesen …

Was mir grad so in den Sinn kommt ;)

Meine Ohren hören derzeit wieder mal viel zu viel weniger erfreuliches. Das Wort „Mist“ ist mir zuerst in den Sinn gekommen. Ich kann gar nicht anders als das Wort Mist gegen „weniger erfreuliches“ auszutauschen. Zumindest hier im Blog, denn ich will ihn ja eher als Informations- und Kraftquelle führen und gesehen wissen. Als in positiver Formulierung trainierte ehemals tätige Sozialarbeiterin fällt mir jede negative und energieraubende Formulierung sofort auf. Als hochsensible Frau schmerzt mich jede negative Energie, ob sie sprachlich zu mir kommt oder energetisch. Vielleicht lebe ich deswegen auch bedeutend zurückgezogener als noch vor ein paar Jahren.

Zurück zum Beginn ;). Neben dem Hören von weniger Erfreulichem (was mitunter auch an einer mangelnden Fähigkeit liegt, das Positive dahinter zu sehen oder gelassen zu sein) habe ich noch viel zu viel Arbeit und leider auch wieder vermehrt Schmerzen. Das stresst mich und meine Ohren meinten heute schon am Vormittag, ich solle ein wenig kürzer treten. Danke liebe Ohren!

Mich zu entspannen ging heute leicht. Ich las aufgrund eines Kommentars hier im Blog den dazugehörigen Artikel nochmal. Ich tauchte in die Welt der Morbus Menière-Schlagattacken ein und mir wurde wieder einmal mehr oder vielmehr tiefergehender bewusst, dass es Zeit ist einzuatmen, auszuatmen und loszulassen und im dienstlichen Kontext ein wenig kürzer zu treten….

Danke für deinen Kommentar Udo und danke dafür dass mir mein Blog auch Besinnung sein kann und mein Herz weit macht. Es fühlt sich so wohltuend an ❤ ….

Zentangelherz

Apropos Danken. Derzeit schreibe ich wieder mal fast täglich 3 Sätze darüber, wofür ich dankbar bin oder worüber ich mich freue. Das Leben ist ein Spiel mit den Energien und diese kleine Aktivität lenkt die Energie auf die Dankbarkeit und die Freude. Beide zusammen bringen Glück :)!

Viele Glücksmomente für euch „meine“ lieben LeserInnen.

24 Telefonate in 4 Stunden

… habe ich heute erledigt.

Sie haben mich auch ganz schön – nein nicht erledigt – aber gefordert!

Neben den laufenden Telefonaten habe ich noch ein paar Mails geschrieben, Listen geändert, einen aufsteigenden Unmut wahrgenommen. Ich glaub das war’s.

Nein ich habe keinen neuen Job als Telefonistin begonnen. Ich habe lediglich die für heute anstehende Arbeit gemacht. Bei uns ist gerade Hochsaison.

24 Telefonate sind für mich als Schwerhörige sehr fordernd.

Mein Tinnitus meint dies auch und glaubt bekräftigend brüllen zu müssen. Er ist für mich ein Hinweis darauf, dass es etwas viel war und ich mir jetzt gleich ein gemütliches Mittagessen und anschließend einen wohltuenden Nachmittag gönnen werde. Dann überhöre ich ihn auch schon wieder – die einzige mir bekannte und sehr wirksame Lösungsmöglichkeit für unser gemeinsames Leben. Er ist ein treuer Gefährte und nimmt seine Aufgabe, mich darauf hinzuweisen, gut für mich zu sorgen, sehr ernst.

Diesen Telefoniermarathon möglich gemacht hat, mein Telefonclip von GN Resound. Ohne dieses Gerät, das mir das Gesprochene direkt in die Hörgeräte überträgt, könnte ich vieles nicht verstehen und keinesfalls so viele und lange dienstliche Telefonate führen.

Ich bin dankbar für diese Unterstützung – meinem Hörgeräteakustiker, dass er mich so gut beraten hat, GN Resound für ihr exzellentes Produkt und auch dafür, dass ich in der Lage bin, mir das leisten zu können, arbeiten zu können.

2016_01_12

Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag im Advent ein Herz zu tangeln. Das ist eine Art Meditation. Das gestrige vom ersten Advent füge ich euch hier an. Möge es euer Herz erwärmen.

 

Rollator und Gehstock bei Menière

„Rollator bei Menière“ – mit dieser Suchanfrage kam heute jemand auf meinen Blog.

Fakt ist, dass jeder Menière-Anfall ein massiver und mitunter auch länger andauernder Angriff auf das Gleichgewichtsorgan ist (auch nachzulesen unter „Mein Gleichgewicht …„), bei dem es über die Jahre zur Verringerung der Gangsicherheit kommt. Das ist außerordentlich positiv formuliert.

rollator

Der Suchanfrage will ich im Sinne einer Wissens- oder Erfahrungsweitergabe hinzufügen, dass es an Morbus Menière erkrankte Menschen gibt, die einen Rollator verwenden. Ich selber verwendete ihn nur einmal in einer Nacht im Krankenhaus nach einem schlimmen Anfall. Ebenso gibt es vereinzelt MMler, die einen Gehstock beim Gehen zu Hilfe nehmen.

Es gab eine Zeit, in der ich mir alle Gehstöcke in Geschäftsauslagen genauer angesehen habe. Es gibt wirklich sehr schöne! Manche haben sogar fast eine erotische Komponente. Da haben sich wohl alte Filme in mir gespeichert oder das Stück, das Jean Cocteau für Edith Piaf geschrieben hat und das ich in einem Schauspielseminar zu einer Zeit gespielt habe, in der ich Hals über Kopf verliebt war. Aber das ist wohl eine andere Geschichte…

walkingschatten

Völlig unerotisch will ich noch aus meiner persönlichen Geschichte anführen, dass ich bislang lediglich einmal in der Stadt und des öfteren beim Spazierengehen im Wald zwei Walkingstöcke wegen dem Menière verwendet habe. Sie gaben mir Sicherheit, aber nicht so viel, dass ich sie dauerhaft verwenden wollte. Zudem fühlte ich mich unwohl damit. Das war niemals mein Bild von der Zukunft oder damaligen Gegenwart und es hatte für mich den bitteren Geschmack der Kapitulation.

Der Königsweg ist für mich ein – falls erforderlich auch tägliches – Training des Gleichgewichts, nachzulesen hier: MM-Reha | Tag 30 – Gleichgewichtsübungen.

Hörgeräte im Supermarkt

Auf meinem Arbeitsweg liegt ein Supermarkt. Da (leider nicht nur) unser Wasserspender einer größeren Sparwelle zum Opfer gefallen ist und mir das Leitungswasser vor Ort so rein gar nicht schmeckt, bin ich zum Penny rein, um mir eine Wasserflasche zu kaufen.

Bei der Kassa sah ich dann zwei Packungen Hörgeräte.

Nein das ist kein Märchen! Das ist die pure Realität! Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine schwerhörige Person es schafft, auf die Dienste eines Hörgeräteakustikers zu verzichten und sich damit wohl fühlt, wenn alle Frequenzbereiche gleichermaßen verstärkt werden.

Ich persönlich halte es auch für gefährlich, dass noch intakte Frequenzbereiche durch eine zu hohe Schallverstärkung geschädigt werden. Man bedenke auch, dass Nebengeräusche gleichermaßen verstärkt werden usw. usf.

Hier das Beweisfoto, das ich als erforderlich erachte, da dieser Artikel wohl eher nach einem Märchen oder einer Satire klingt. Dem ist nicht so:

Update: eine Recherche ergab, dass sie in vielen andern Geschäften auch erhältlich sind – alle zum Preis von zwei Mittagessen mit Getränken. Zudem gibt es auch von anderen Anbietern viele Hörverstärker auf ähnlichem Niveau.