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Nichts-Tun 

Juli 13, 2017

Ich finde derzeit wenige Worte für das Außen. Darum seht mir bitte nach, dass die letzten Kommentare noch unbeantwortet sind. 

Im Inneren kreisen mitunter die Gedanken ein wenig zwischen dunkel und hoffnungsvoll. Die Arztbesprechungen der letzten Tage führen mir meine Realität immer wieder vor Augen. Ich erlebe sie als schmerzhaft. Der Primar hier auf der HNO-Abteilung ist davon überzeugt, dass es Tumarkin-Attacken sind. D.h. umfallen aus dem Nichts, ohne mich abstützen zu können. Er ist sehr erfahren und kennt bloß rd. 5 Morbus Meniere-PatientInnen, bei denen auch eine oder viele dieser Tumarkin-Attacken aufgetreten sind. Das trifft sich mit meiner Wahrnehmung aus dem Kontakt mit anderen an Meniere Erkrankten. Auch der Arzt nährte meine Bilder, indem er von schweren Verletzungen und dem Tragen eines Sturzhelmes sprach. Ich mag diese Bilder nicht. Das Aufplatzen des Kopfes von einem Radfahrer ein paar Jahre zuvor habe ich ohnedies noch sehr präsent in mir – visuell und akustisch. Punkt.

Ansonsten gebe ich mich dem Nichts-Tun hin. Im Krankenhaus- das ich heute verlassen werde – ist das ja recht einfach. Es gibt hier keinerlei Anforderungen an mich. Ich muss mich nur zum Tisch setzen und essen, mich waschen, Besuch, auf den ich mich freue, empfangen und das war es dann auch wieder. Neben den mitunter kreisenden Gedanken, lasse ich die dazugehörigen Gefühle zu und die restliche Zeit tue ich nichts. Das braucht es gerade. 

Ich brauche (gefühlt unendlich viel) Ruhe und Zeit – auch um zu erfassen was war und die Auswirkungen auf die nächste Zeit in meinem Leben… mir fehlen die richtigen Worte. 

Ich mag nicht nach Ihnen suchen und gebe mich wieder dem Nichts-Tun hin.

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10 Kommentare
  1. Birgit Esselmann permalink

    Liebe Susanne,ganz ehrlich auch ich bin im Moment sprachlos und kann nur ahnen wie es dir geht.Ich möchte aber herzliche Grüße hier lassen und ganz viel Kraft und Ruhe.

    • Vielen lieben Dank Birgit <3.
      Wenn ich so einen Artikel schreibe, dann weiß ich, dass du irgendwann mal ein paar liebe Worte dazu schreibst. Das zu wissen ist auch ein schönes Gefühl.
      Herzliche Grüße
      Susanne
      P.S. Ich hoffe, es geht dir gut.

  2. Liebe Susanne,

    ….let it be, das ist das beste was du im Moment „tun“ kannst!
    Du hast soviel recherchiert, andere und auch ich haben soviel aus deinem Blog gelernt, dafür danke ich dir!!
    Alles Liebe und Gute und ich denke oft an dich!

    Grüße
    Gisela

  3. NICHTS TUN

    Jetzt
    werde ich nichts tun
    nur
    in der Sonne sitzen
    die Füße hochlegen
    es gut sein lassen
    jetzt werde ich
    es mir gut gehen lassen
    lasse mir nur
    den Wind um die Nase wehen
    beobachte
    Wolkentiere über mir
    im tiefen Blau.
    Das allein genügt

    Carola Vahldiek

    (aus weniger ist mehr)

    Gisela

    • Liebe Gisela,
      das Gedicht, das du mir hier aufgeschrieben hast ist so schön. Vielen lieben Dank dafür! Ich werde es noch mit einer meiner schönen Füllfedern abschreiben, denn alleine das Lesen tut so gut und lässt durchatmen. „Das allein genügt“ – JA!!
      Herzliche Grüße zu dir
      Susanne

  4. Liebe Susanne, Eben erst lese ich Deine Tumarkin-Beiträge! Wie furchtbar! So schlimm gestürzt bin ich selber nie, aber ich bin auch ein- oder zweimal auf der Strasse umgefallen, und einmal im Büro wie im freien Fall mit meinem Oberkörper auf die Tischplatte geknallt. Welche Ängste man da nachher hat, furchtbar! Im Moment habe ich immer noch plötzliche Gleichgewichtsverluste, als ob mir von hinten jemand einen plötzlichen Stoss versetzen würde, aber ich bin recht kaltblütig geworden und vermag mich meistens vor einem Fall zu schützen. Ich hoffe, dass Dir das auch gelingt. Ich muss allerdings gestehen: Auch ich fahre nicht mehr Rad, reise kaum noch und meide zeitweise Wanderungen abseits von öffentlichen Verkehrsmitteln (was eine ziemliche Einschränkung ist). Aber immerhin.

    • Hallo liebe Frau Frogg,
      danke für dein Mitgefühl. Dein Umfallen klingt ebenso heftig und ganz schlimm.
      Wenn du von hinten einen Stoss verspürst, zieht es dich dann nach hinten? Wo genau verspürst du den Stoss?
      Ich habe bzw. derzeit hatte so blitzartig – im Bruchteil einer Sekunde – auftretenden Schwindel, dass ich es wie als Schlag im Kopf erlebe und es zieht mich dann zurück. Ich falle dabei nicht um und deswegen hat mich das bislang auch nicht so erschreckt.
      Es tut mir leid, dass du nicht mehr mit dem Rad fährst. Meine Entscheidung ist noch offen.
      Eine Woche nach diesem Sturz wollte ich eigentlich nach München fahren, um dir ein neues Rad zu kaufen. Die Koffer waren gepackt und dann begann der Herr Menière zu wüten. Ein neues Rad kaufe ich mir gewiss erstmals nicht und meine Vespa habe ich unmittelbar danach verkauft. War eh schon längst fällig…fiel mir aber sehr, sehr schwer….
      Gar nicht so leicht bei diesen Einschränkungen noch das halbvolle Glas zu sehen.
      Herzliche Grüße in die schöne Schweiz
      Susanne

  5. Wenn ich damals auf der Strasse umfiel, fiel ich meistens nach hinten. Ich weiss jetzt noch genau, welche Stelle an meinem Hinterkopf einmal beim Fall den Boden touchierte (ich konnte beinahe kontrollieren, wie ich fiel und verletzte mich nicht). Ich denk wohl, die Stösse kommen von hinten, weil sie so hinterhältig sind. 🙂 Ich hoffe, es geht besser

    • .. hinten und hinterhältig… diese sprachliche Gewandtheit mag ich immer wieder aufs Neue bei dir, liebe Frau Frogg.

      Es ist anders bei dir, denn ich habe gar keine Eingriffs-, Kontrollmöglichkeit.

      Einen lieben Gruß zu dir.

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