Susannes Blog

Berührbar bleiben

In meinem näheren Umfeld ist etwas Schreckliches passiert.

Es macht mich betroffen, ich bin traurig und auch geschockt und bei alldem ebenso wütend und voller Sorge.

Gestern am Abend spüre ich dann einen Druck auf den Ohren. Sie sind zudem ziemlich verschlagen. Da es die ersten Anzeichen eines Menière-Anfalls sein könnten bin ich beunruhigt und äußere mein Unbehagen.

Ich bekomme zu hören, mein Zustand sei die Folge davon, weil ich immer alles Leid der Welt aufsauge wie ein Schwamm.

In mir erhebt sich ein unangenehmes Gefühl obgleich dieser übergriffigen, da nicht darum gebetenen, Aussage, gepaart mit der Frage, ob es wohl wahr sei und wie ich es besser machen könnte? Ich denke daran, dass meine Familie mir die unheilvolle Botschaft erst nach meinem 50igsten Geburtstag am Wochenende sagen wollte. Sie wollten mich schonen, weil ich mir ihrer Meinung nach die Vorkommnisse gewiss zu Herzen nehmen würde und mir ein schönes Fest ermöglichen. Eine nette aber völlig deplatzierte Geste – u.a. auch weil ich als hochsensible Frau ohnedies die Stimmen, Stimmungen und Gesichter – nach eigener Einschätzung – in sekundenschnelle wahrnehme. Ich denke auch daran, dass ich schon einige Beiträge zum Thema „Stress möglichst vermeiden oder reduzieren“ geschrieben habe. Ebenso kommt mir in den Sinn, dass in meinem Leben immer wieder einige Belastungen sind…. So oft bin ich mitgenommen, von einem Ereignis, das mich beeinträchtigt…. Ich sehe andere Menschen vor mir, die scheinbar leicht, locker und allzeit fröhlich durchs Leben tänzeln.

Punkt. Es ist genug. Genug der Meinungen und Bilder anderer, genug der Vergleiche.

Ich brauche keine Schonung, vor allem keine ungebetene, um gesund zu bleiben. Und ja, am Reduzieren von selbstgemachten Stress kann ich arbeiten.

Was ich vielmehr will, ist berührbar bleiben, offen sein, spüren, was ist, lachen und tanzen, wenn ich Freude empfinde, weinen, wenn anderen oder mir Leid widerfährt, hinschauen statt verdrängen, hinfühlen statt blockieren und unberührbar sein, lebendig sein statt leblos Party feiern, Beziehungen eingehen statt mich unter eine Käseglocke stellen. Ich kann und will mir das Empfinden nicht abstellen und das Verdrängen von Gefühlen ist im höchsten Maße ungesund.

Also rein ins Leben mit allem Schönen und Hässlichen.

Nachtrag:

Den Artikel habe ich bereits letzte Woche geschrieben. Mein 50iger Fest war bereits und es war sehr, sehr schön und freudvoll und mit vielen berührenden Momenten. Ich habe es mir gegönnt, es in vollen Zügen zu genießen <3.

2 Kommentare zu „Berührbar bleiben

  1. Hallo liebe Susanne,
    alles erdenklich Gute, viel Gesundheit zu deinem runden Geburtstag und möge der Meniere dir nichts mehr anhaben können, auch wenn sich das Leben nicht immer von der Sonnenseite zeigt. Auch ich bin so ein Typ der das Leid nahe stehender Menschen mitträgt. Aber ich möchte da sein, wenn andere mich brauchen. Mir ging es eigentlich ganz gut, bis ich zu Pfingsten einen Hörsturz auf meinen kranken Ohr bekommen habe, von dem mein Gehör sich bis heute nicht erholt hat. Teste zur Zeit ein Hörgerät mit mehr oder weniger Erfolg. Fahre jetzt 2 Wochen in Urlaub und tanke hoffentlich neue Kraft.
    Liebe Grüße
    Monika

    1. Hallo liebe Monika,
      hab vielen herzlichen Dank für deine lieben Wünsche.
      Es tut mir sehr leid, dass sich dein Gehör bislang vom Hörsturz noch nicht erholt hat. Ich hoffe sehr, dass der Urlaub einige verlorene Dezibel zurück bringen wird. In entspannten Phasen sind da schon einige Dezibel möglich, so meine Einschätzung. Ich habe damals ein Jahr getestet, bis ich die richtigen Hörgeräte hatte und mein Ohr weniger geschwankt ist.
      Von Herzen alles Liebe für dich und einen Urlaub mit viel Entspannung und freudvollen Momenten.
      Susanne

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