Susannes Blog

Lagerungsschwindel

Mein Ostern war verschwindelt. Ich weiß, dass es dieses Wort nicht gibt, aber es passt gerade so gut.

Den ganzen Ostersonntag habe ich gebraucht, um zu bemerken, dass der mich seit dem Ostersamstag Abend plagende Schwindel ein Lagerungsschwindel ist. Das letzte Mal, dass kleine Steinchen, sog. Otholithen, im Ohr auf Entdeckungsreise gingen ist wohl schon eine Zeitlang her. Mir wurde zunehmend immer mieser und als ich mich abends niederlegen wollte, war er wieder da dieser Moment, in dem ich spürte, dass sich massiver Drehschwindel erhebt. Der Schock, der sich dann jedes Mal in mir breit macht, das Gefühl, dass der Menière wieder zu wüten beginnt, ist schlimm. Nach diesen Schrecksekunden kam mir in den Sinn, dass es sich um einen Lagerungsschwindel handeln könnte. Ich habe mich wieder aufgesetzt, gewartet bis sich der Drehschwindel in ruhiger aufrechter Haltung beruhigt hat und nach dem Epley-Manöver gegoogelt. Bei diesem Manöver dreht man den Kopf am Bett sitzend um 45 Grad nach (in meinem Fall) links und lässt sich mit dieser Kopfhaltung auf die rechte Seite fallen, dann erhebt sich der Drehschwindel. Beruhigt sich dieser nach relativ kurzer Zeit, die sich nicht wie Minuten sondern Stunden anfühlen, so lässt man sich mit gleicher Kopfhaltung über die Sitzposition rasch auf die linke Schulter fallen. Dann erhebt sich nach ein paar Augenblicken wieder der Drehschwindel mit Nystagmus und beruhigt sich wieder, dann setzt man sich auf und wartet den nächsten Drehschwindel ab, immer den Speibkübel für den Notfall in der Nähe. Nach dem ersten Durchlauf hat sich nichts getan außer ein dringendes Bedürfnis die Toilette zu besuchen – es ist einfach Stress pur, diesen Drehschwindel auszuhalten.

Dann habe ich meinen ganzen Mut zusammen genommen und von vorne begonnen. Das sollte eigentlich reichen. Dem war aber nicht so. Also habe ich mich wieder niederzulegen versucht. Es folgte Drehschwindel beim Liegen auf der linken Seite, rechts ging es und ich schlief erschöpft ein. Mitten in der Nacht dachte ich mir, dass sich die Otholithen vielleicht wieder an ihren Platz bewegen können, wenn ich mich doch wieder auf die linke Seite drehe und den Schwindel aushalte. Gesagt, getan, beim Aufwachen und Aufsitzen erhob sich schon wieder Drehschwindel. Also musste ich durch die nächste Manöversession durch. Liebe LeserInnen das dauert bis ich den Mut habe mir den nächsten Drehschwindel anzutun….. Ich muss da meinen ganzen Mut zusammen nehmen…..

Doch diesmal blieb der Drehschwindel aus. Geschafft alles ist wieder an seinem Platz im Ohr. Dennoch ist mir auch den ganzen Ostermontag noch sehr mies, schlecht, schwummrig, bei Lageänderung rutscht mir die Umgebung immer wieder etwas weg und beim Gehen bin ich sehr unsicher… alles alte Bekannte, auf deren Besuch ich gerne verzichtet hätte. Im Vergleich zum Jakobswegstart, wo ich meinen Kopf nicht einmal mehr heben könnte, um mich zu orientieren oder nach links und rechts schauen, um eine Straße zu überqueren, sondern nur auf den nächsten Meter vor mir starren konnte, geht es mir bereits bedeutend besser. Dennoch fühle ich mich alles andere als arbeitsfähig und so habe ich gegoogelt und gelesen, dass es mitunter eine Zeit dauern kann, bis sich die Lage wieder beruhigt hat. Bislang ging das nach einem Lagerungsschwindel glaube ich rascher. Also übe ich mich in Geduld und bleibe noch zumindest einen Tag ohne dienstliche Pflichterfüllung.

Also liebe LeserInnen, bei lagerungsabhängigen Schwindel bitte immer daran denken, dass es ein benigner paoxysmaler Lagerungsschwindel sein kann, nach den Übungen googeln, diese machen und gegebenenfalls geduldig sein, bis diese Benommenheit, das schwummrige Gefühl, die Gangunsicherheit, die Übelkeit sich wieder beruhigt haben.

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